Das Projekt „Auch dabei?!“ verfolgt das Ziel, ein lebendiges, solidarisches Miteinander im Wohnumfeld zu fördern. Menschen aller Altersgruppen – Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Senioren und Seniorinnen– sollen sich begegnen, austauschen und gegenseitig unterstützen können. Dabei wird ein Raum geschaffen, in dem Vertrauen entstehen kann.
Im Mittelpunkt steht das Potenzial der Vielfalt: Jede Generation bringt eigene Erfahrungen, Sichtweisen und Fähigkeiten mit. Durch gemeinsame Aktivitäten, Begegnungstreffen und leicht zugängliche Mitmachangebote entstehen neue Kontakte und gegenseitiges Verständnis. Daraus können generationenübergreifende Freundschaften und informelle Unterstützung im Alltag wachsen – zum Beispiel bei der Kinderbetreuung, im Garten, beim Einkaufen oder beim Umgang mit digitalen Medien. Auftakt könnte ein Straßenfest zum Beispiel mit einem Streetfood-Anbieter sein. Weitere Anlässe mit gemeinsamem Essen an unterschiedlichen Orten in der Nachbarschaft schaffen ein attraktives Ambiente, um weitere Personen zu erreichen und locken aus der Einsamkeit. Bei gemeinsamen Aktivitäten von „Auch dabei?!“ können in der Nachbarschaft liegende Institutionen und Vereine mit einbezogen werden, Spielplätze und Basketballkörbe entdeckt oder Kneippbecken und Boulebahn, um auch ungenutzte Orte und Angebote von Vereinen und deren Arbeit niedrigschwellig einzubeziehen.
Das Projekt setzt konsequent auf aktive Beteiligung: Alle Nachbarinnen und Nachbarn sind eingeladen, sich mit Ideen, Kompetenzen und Wünschen einzubringen. Partizipation, unter anderem durch eine Fragebogenaktion und einen Ideenpool sind möglich und machen in diesem offenen Rahmen Bedarfe sichtbar, aus denen neue, nachbarschaftsgetragene Angebote entstehen können.
Ein besonderer Fokus liegt auf der Gesundheitsförderung aller Beteiligten – sowohl psychisch als auch körperlich. Männer werden gezielt durch praxisnahe, gemeinschaftsorientierte Aktivitäten angesprochen, etwa in Form von Gesprächsangeboten, Bewegungsangeboten, handwerklichen Projekten oder Nachbarschaftshilfe. Diese stärken nicht nur das Wohlbefinden, sondern auch das Gefühl von Zugehörigkeit und Sinnhaftigkeit.
Die Beteiligung aller Interessierten steht im Zentrum des Projekts – jeder kann sich mit Ideen, Zeit oder Engagement einbringen. So trägt das Projekt nachhaltig zum sozialen Zusammenhalt, zur Prävention von Einsamkeit und zur Stärkung der Lebensqualität in der Nachbarschaft bei.
Die Fritzenwiese ist eine lange, Straße mit unterschiedlich geprägten Wohnbereichen: Auf der einen Seite leben gut situierte Familien in Eigentum, auf der anderen Menschen in eher einfachen Verhältnissen, teils älter oder mit Migrations- oder Fluchthintergrund. In den letzten Jahren war die Straße durch eine große, langdauernde Baustelle geprägt – eine Situation, die paradoxerweise auch neue Begegnungen ermöglichte. Menschen, die sonst kaum sichtbar sind – weil sie arbeiten oder zurückgezogen leben – kamen auf die Straße. Es entstanden spontane Gespräche und kleine Nachbarschaftsmomente.
In den meisten Häusern sind die Gardienen zugezogen. Es findet kein Leben auf der Straße statt. Es gibt am einen Ende die Familienbildungsstätte, wo eine Teilnahme für Angemeldete bei kostenpflichtigen Kursen stattfinden kann Am anderen Ende ist das MehrGenerationenHaus und der Seniorenstützpunkt, zu dem Menschen von weiter her, aus ganz Celle oder aus dem Landkreis kommen, aber selten aus der direkten Nachbarschaft.

