Mitten in Eversburg, einem der ärmeren und multikulturell geprägten Stadtteile Osnabrücks wollen wir in den Räumen der St. Michaelis-Kirchengemeinde ein nachbarschaftliches Café eröffnen – als offenen, inklusiven Ort für Begegnung, Beteiligung und Beziehung. Das bisher ausschließlich als Gemeindehaus genutzte Haus mit der Hausnummer 5 in der Kirchstraße steht dabei bewusst nicht mehr nur als religiöser Ort offen, sondern wird zur Plattform für vielfältige Nachbarschaftsinitiativen. Ziel ist es, Einsamkeit zu verringern und neue Formen von Gemeinsinn im Quartier zu fördern.
Das Café wird regelmäßig geöffnet sein und dabei als niederschwelliger Treffpunkt dienen: für Ältere, die Gesellschaft suchen, für junge Eltern mit Kindern, für Menschen mit Migrationsgeschichte, für queere Nachbar*innen, für Kirchgänger*innen und Kirchenferne gleichermaßen. Es soll Raum bieten für Gespräche, kleine Veranstaltungen, offene Formate wie „Erzähl doch mal!“-Nachmittage oder Mitbring-Brunchs. Auch Selbsthilfegruppen und nachbarschaftliche Initiativen sollen hier andocken können.
Wir arbeiten bereits mit Ehrenamtlichen und anderen lokalen Akteur*innen zusammen und planen, diese in Aufbau und Betrieb aktiv einzubeziehen, immerhin stammt die Grundidee zu diesem Café aus der Arbeit der Präventionsketten. Eine hauptamtliche Kraft, die wir aus Mitteln der Kirchengemeinde finanzieren (Teilzeit) wird die Koordination übernehmen und das Café mit Leben füllen. Zusätzlich sollen gezielte Schulungsangebote zu Themen wie Gesprächsführung, Inklusion und Diversität für ehrenamtlich Engagierte angeboten werden.
Das Café soll ein Ort sein, an dem man einfach kommen kann – ohne Konsumzwang, ohne Erwartungsdruck, aber mit der Gewissheit: Hier bist du willkommen.
Aus Spenden, Drittmitteln und Eigenanteilen konnte bereits ein Großteil der nötigen Kosten gedeckt werden. Was fehlt, ist eine funktionale Ausstattung der Küche und eine kostengünstige und nachhaltige Wasserquelle für die Menschen, die das Café auch ohne Geld im Portemonaise besuchen wollen. Die Förderung durch das Programm „Gemeinsam in der Nachbarschaft“ würde uns ermöglichen, eine Industriespülmaschine und einen Wasserspender anzuschaffen um das Café im Jahr 2025 nachhaltig aufzubauen und Menschen zu verbinden, die sonst oft allein bleiben.
Der Stadtteil Eversburg ist ein Quartier mit großer sozialer und kultureller Vielfalt – und zugleich mit besonderen Herausforderungen: Der demografische Wandel ist hier besonders spürbar, viele ältere Menschen leben allein, oft ohne tragfähige familiäre oder nachbarschaftliche Netzwerke. Gleichzeitig wachsen neue Familien nach, nicht selten mit Migrations- oder Fluchterfahrung, die nur schwer Anschluss finden – auch wegen sprachlicher oder struktureller Barrieren.
In Eversburg fehlen Orte, an denen sich Menschen unterschiedlicher Generationen, Lebensrealitäten und kultureller Hintergründe auf Augenhöhe begegnen können – niedrigschwellig, regelmäßig und ohne institutionelle Hürden. Die vorhandenen Treffpunkte (etwa im Stadtteilzentrum oder in Vereinsstrukturen) erreichen oft nur bestimmte Zielgruppen und sind mitunter an feste Formate gebunden. Viele Menschen – besonders im höheren Alter oder mit marginalisierten Identitäten – ziehen sich dadurch zunehmend zurück. Auch unsere Gemeindearbeit zeigt: Viele Nachbar*innen äußern den Wunsch nach Kontakt, wissen aber nicht, wo und wie sie ihn finden sollen.
Hinzu kommt eine hohe Fluktuation im Quartier. Viele junge Menschen ziehen zu, bleiben aber nur kurz. Dauerhafte nachbarschaftliche Beziehungen entstehen dadurch kaum. Auch die Digitalisierung hat ihre Schattenseiten: Zwar sind viele Menschen online vernetzt, doch der direkte, persönliche Austausch vor Ort bleibt auf der Strecke.
Die St. Michaelis-Kirche liegt im Herzen des Stadtteils – sowohl geografisch als auch sozial. Wir erleben täglich, wie groß das Bedürfnis nach einem Ort ist, der offen, einladend und verbindend wirkt. Unser geplantes Café will genau hie

