Das Projekt ist ein wesentlicher Bestandteil der Programmatik des Theaters in der Elbtalaue (TidE) als neuer Begegnungs- und Kulturort in der Region. Es richtet sich insbesondere an Menschen, die von Einsamkeit betroffen sind und möglicherweise soziale Ängste entwickelt haben. Ziel des Projekts ist es, diesen Menschen ein Angebot zu machen, um in Kontakt zu kommen, wahrgenommen zu werden und Wertschätzung zu erfahren. Um dies zu erreichen, möchten wir das Begegnungsformat "Denkwerkstatt" initiieren.
Das Projekt ist in mehrere Phasen unterteilt:
1. Phase 1: Aufbau eines ehrenamtlichen Helferkreises (Co-Moderator*innen), der die drei professionellen Fachkräfte im Projekt unterstützen wird.
2. Phase 2: Ansprache und Einladung von Bürger*innen zur Teilnahme an der Demwerkstatt, teilweise auch aufsuchend.
3. Phase 3: Organisation und Durchführung der ersten Denkwerkstatt im TidE . Der Ablauf umfasst Ankommen mit Kaffee und Kuchen, Begrüßung, Festlegung der Grundregeln, Kennenlernübungen, eine moderierte Diskussion zu selbst bestimmten Themen und Ideensammlungen für zukünftige Themen.
4. Phase 4: Regemäßige Wiederholung der Treffen.
Während der Treffen sollen die Co-Moderatoren helfen, die Gespräche in Schwung zu halten und alle Teilnehmer*innen einzubeziehen.
Im Projektzeitraum erhalten die Teilnehmenden Freikarten für mindestens zwei Kulturveranstaltungen des TidE, um die Hemmschwelle für Besuche zu senken und langfristig zur eigenständigen Teilnahme an Kulturveranstaltungen zu ermutigen.
Ein weiteres Ziel des Projekts ist es, die Teilnehmenden zu ermutigen, sich in die Organisation der Treffen einzubringen, um das Projekt nach dessen Ende eigenständig weiterzuführen. Es herrscht das Gebot der Freiwilligkeit, und es gibt keine Verpflichtung zur regelmäßigen Teilnahme.
Das TidE bietet vielfältige Möglichkeiten zur ehrenamtlichen Mitarbeit, die sich nach den Interessen, Fähigkeiten und dem Alter der Teilnehmenden richten. Hauptziel des Projekts ist es, den Teilnehmenden die Chance zu geben, soziale Kontakte aufzubauen und Bekanntschaften zu schließen, die über das gemeinsame Engagement im TidE hinausgehen.
Kulturveranstaltungen oder Angebote der kulturellen Bildung gibt es in Bleckede nur vereinzelt und unregelmäßig und die Region ist mit soziokulturellen Angeboten unterversorgt. Die AfD war in der letzten Bundestagswahl zweitstärkste Kraft.
In ländlichen Regionen wie Bleckede wird Einsamkeit zunehmend als gesellschaftliches Thema wahrgenommen. Zwar gibt es keine flächendeckenden Statistiken speziell für Bleckede, aber wie in vielen vergleichbaren Kommunen kann ein schwindendes soziales Netzwerk, insbesondere bei älteren Menschen oder Menschen ohne ausgeprägte private Bindungen, zu Gefühlen der Isolation beitragen. Bleckede zählt zu den strukturschwachen Regionen und 52% der Bevölkerung sind älter als 55 Jahre. (25% der Bevölkerung sind älter als 65 Jahre). Auch unter jungen Menschen führt das Thema zu Problemen. Jugendliche fühlen sich oft einsam, weil digitale Kommunikation oberflächlichen Austausch begünstigt. Der ständige Vergleich in sozialen Medien schwächt das Selbstwertgefühl, was Ängste und Depressionen fördern kann. Übergangsphasen wie Schulwechsel und Identitätsfindung sowie ein individualistischer, leistungsorientierter gesellschaftlicher Rahmen erschweren den Aufbau stabiler, tiefer Beziehungen. Einsamkeit hat gesundheitliche Folgen und ist somit ein volkswirtschaftlicher Faktor. Es gibt zahlreiche wissenschaftliche Belege, das Einsamkeit auch Extremismus fördern kann. Die Projektverantwortlichen sind der Überzeugung, dass kein Projekt gegen Einsamkeit stabile persönliche Bindungen ersetzen kann. Daher ist es unser vorrangiges Ziel Menschen zusammen zu bringen, und Anlass zu geben, um neue soziale Kontakte zu knüpfen.

