Identifikation sozialer Isolation & Erstkontakt
Einsamkeit im ländlichen Raum ist eine unterschätzte, aber weit verbreitete Problematik: Viele Menschen – insbesondere Ältere, Mobilitätseingeschränkte oder Zugewanderte ohne lokale Familienstrukturen – verbringen Tage und Wochen ohne persönlichen Kontakt. Das führt nicht nur zu psychischen Belastungen wie Depression und Angst, sondern erhöht auch das Risiko körperlicher Folgeerkrankungen sowie einer vorzeitigen Pflegebedürftigkeit.
Unser Verein „Wir in der Nachbarschaft e. V.“ (WIN e. V.) besteht heute aus 120 Mitgliedern, davon 35 qualifizierte Ehrenamtliche, die im Landkreis Gifhorn systematisch Hausbesuche durchführen. Mit dem Projekt „Gemeinsam in der Nachbarschaft“ möchten wir:
Gezielte Ansprache und Begleitung
Systematische Erfassung von Hilfebedarfen über lokale Partner*innen und persönliche Erstbesuche.
Einsatz der 35 Ehrenamtlichen mit 30-stündiger Qualifizierung für einfühlsame Begleitung und Sensibilisierung für soziale Isolation.
Inklusion: Spezielle Ansprache und barrierefreie Begleitung von Menschen mit Behinderung und Migrationshintergrund, um Zugangshindernisse und Sprachbarrieren aktiv abzubauen.
Monatliche Treffpunkte vor Ort
Niedrigschwellige Begegnungen in Nachbarschaftstreffs oder anderen Räumlichkeiten.
Thematische „Café-Société“-Runden, Spiele- und Info-Nachmittage, ergänzt durch generationsübergreifende Patenschaften („Jung trifft Alt“), um gegenseitiges Lernen und Verstehen zwischen den Generationen anzuregen.
Würdigung und Motivation des Ehrenamts
Das Projekt „Gemeinsam in der Nachbarschaft“ des Vereins „Wir in der Nachbarschaft e. V.“ setzt sich aktiv gegen soziale Isolation im ländlichen Raum ein. Es richtet sich vor allem an ältere, mobilitätseingeschränkte und sozial benachteiligte Menschen, die oft ohne persönlichen Kontakt sind. Durch systematische Hausbesuche, monatliche Treffen in Dorfgemeinschaftshäusern und generationsübergreifende Aktivitäten fördert das Projekt den Austausch, die Gemeinschaft und das gegenseitige Verständnis. Ehrenamtliche, die speziell geschult werden, begleiten die Menschen einfühlsam und barrierefrei, inklusive für Menschen mit Behinderung oder Migrationshintergrund. Zudem wird die digitale Teilhabe durch eine barrierefreie Website sichergestellt. Mit einer Förderung von 10.000 € möchte das Projekt nachhaltige Begegnungsstrukturen schaffen, Ehrenamtliche wertschätzen und die Vernetzung im Landkreis Gifhorn stärken.
Die Ausgangslage ist oft geprägt von sozialer Isolation und Einsamkeit älterer, mobilitätseingeschränkter oder sozial benachteiligter Menschen im ländlichen Raum. Die größten Probleme liegen darin, dass viele Betroffene keinen regelmäßigen persönlichen Kontakt haben, sich einsam fühlen und kaum Zugang zu Gemeinschaftsangeboten oder digitalen Kommunikationsmitteln finden. Zudem fehlt es häufig an ehrenamtlichen Unterstützern und barrierefreien Angeboten, was die soziale Teilhabe weiter einschränkt. Diese Herausforderungen machen es notwendig, gezielt Begegnungsstrukturen und Unterstützungsangebote zu schaffen, um das Zusammenleben zu stärken und Isolation zu verringern.

