Wir möchte hier Am Weißen Turm Lüneburg mit den Handwerksmeister*innen der Werkstadt LG (https://werkstadt-lueneburg.de/) den Bewohnenden des Quartiers und der Gemeinschaftsunterkunft am Bargenturm gemeinsam einen „dritten Ort“ schaffen, an dem sich Jung und Alt , Deutsche und Mehrheimatler*innen, zwanglos miteinander treffen können, gemeinsam kochen und essen, sich kennen;-und schätzen lernen.
Eine Outdoorküche bietet nicht nur einen funktionalen Raum zum Kochen, sondern auch einen Ort der Gemeinschaft. Menschen unterschiedlicher Herkunft, unterschiedlichen Alters und sozialen Schichten können zusammenkommen, sich austauschen und gemeinsam Zeit verbringen.
Beim Kochen und gemeinsamen Essen entstehen soziale Verbindungen und das Gefühl der Zugehörigkeit, was gerade in einem Stadtteil mit altersgemischten und kulturell gemischten Bewohnenden das Kennenlernen und gegenseitiges Verstehen/ Verständnis fördert und etwaige Vorurteile abbauen kann.
2. Förderung gesunder Ernährung und Gemeinschaftsprojekte
Eine Outdoorküche kann dazu beitragen, den Zugang zu gesunden, frischen, vielleicht unbekannten Lebensmitteln zu fördern und gleichzeitig den Bewohnern die Möglichkeit zu geben, in einer offenen und nicht-kommerziellen Umgebung zu kochen.
Hier können sich die Bewohnenden gegenseitig austauschen, wie man gesunde Mahlzeiten zubereitet, was besonders in benachteiligten Stadtteilen von Vorteil ist.
3. Verbesserung des Stadtteilbildes und der Lebensqualität
Eine Outdoorküche ist nicht nur praktisch, sondern kann auch ein ästhetisches Highlight im Stadtteil sein. Sie kann dazu beitragen, das Gesicht eines Stadtteils zu verändern und zu einem, dem ! positiven Treffpunkt für Jung und Alt zu machen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Kochen und gemeinsames Essen nicht nur ein Bedürfnis des Körpers sind, sondern auch eine kulturelle Praxis, die eine Vielzahl von Bedeutungen und Zusammenhänge verkörpert. Sie ist ein Ausdruck von Tradition, Gemeinschaft, kulturellem Austausch und Identität. Neben der Stärkung des Gemeinschaftsgefühls und der Eigenverantwortung durch eine aktive Beteiligung vieler Bewohnenden an Planung und Bau der Outdoorküche wird auch das Gefühl der Eigenverantwortung und des Stolzes auf das Projekt gestärkt. Sie sehen nicht nur das Ergebnis ihrer Arbeit, sondern fühlen sich auch stärker mit dem Raum verbunden und können so auch andere Menschen in das Projekt mit einbeziehen (Dominoeffekt)
Wir befinden uns hier Am Weißen Turm in einem Quartier mit ca 600 Wohneinheiten, teilweise im sozial gefördeten, teilweise im Eigentumsnutzung, Wohnungsbau mit bis zu 10 Stockwerken. Die Bewohnenden setzen sich aus 48% deutscher Bevölkerung und 52% Mehrheimatler*innen /Migranten*innen (Def. des Mikrozensus von 2016) zusammen. Auch die Bewohnenden der angrenzenden Gemeinschaftsunterkunft und der DRK Wohnanlage sind in unserem Quartier zuhause. Ein großer Teil der Menschen lebt in prekären Verhältnissen, sei es durch den hohen Anteil an älteren Frauen mit sehr niedrigen Rentenansprüchen oder den kinderreichen Familien anderer Nationalitäten und begrenztem Zugang zum Arbeitsmarkt. Durch hohen Energiekostennachzahlungen, gestiegene Mieten und den sehr niedrigen Einkommen (Sozialleistungen) ist ihnen die Teilhabe am sozialen Leben, Besuche von (kostenpflichtigen) kulturellen Veranstaltungen, Freizeitangeboten und gemeinsame Unternehmungen häufig nur sehr selten möglich. Wohnortnahe Treffpunkte im Außen;- und Innenbereich sind kaum vorhanden. In meiner Tätigkeit mit den Bewohnenden wurde oft bemängelt, dass es keine Möglichkeiten gibt sich zwanglos zu treffen, es nur an den beiden Spielplätzen Sitzmöglichkeiten im Freien gibt und gemeinsame Mahlzeiten in Gesellschaft zwar kulturell gewünscht aber aus Platzmangel nicht möglich sind. Ein beträchtlicher Anteil der Bewohnenden lebt allein und wünscht sich im Quartier einen Platz für Gemeinsamkeit an dem es keinen Verzehrzwang gibt, an dem die Kinder dabei sein können, an dem Plaudern und Brett;-Schachspielen möglich ist. Die unmittelbare Nähe zur Wohnung ist aus Gründen der Care Arbeit und der teils eingeschränkten Mobilität nötig

