"Gemeinschaft am Tisch – Adelebsen is(s)t nicht allein" ist ein gemeinschaftliches Projekt in der Gemeinde Adelebsen in Kooperation mit dem Mehrgenerationenzentrum. Der Projektträger ist der LK-Göttingen mit Fachbereichen Soziales/Jugend. Ziel ist es, Einsamkeit aktiv zu bekämpfen und Nachbarschaft als lebendige, solidarische Gemeinschaft zu stärken. Im Mittelpunkt steht das gemeinsame Essen: als niederschwelliger Anlass für soziale Begegnung, als verbindende Geste menschlicher Nähe und als vertrauter Rahmen, in dem Menschen miteinander ins Gespräch kommen, Erinnerungen teilen und Gemeinschaft erleben können. Regelmäßige, offene Mahlzeiten wie gemeinsame Frühstücke, Mittagstische oder Kaffeerunden bieten allen Menschen – unabhängig von Alter, Herkunft, Lebenslage oder Mobilität – die Möglichkeit zur Teilhabe. Dabei werden nicht nur fertige Speisen ausgegeben, sondern die Mahlzeiten gemeinsam geplant, eingekauft, gekocht, gedeckt und genossen. Dieser gemeinschaftliche Prozess schafft soziale Nähe, stärkt Selbstwirksamkeit und lässt neue Beziehungen wachsen. Ob beim Kartoffelschälen, Tischdecken oder Spülen – das Projekt schafft verbindende Erlebnisse und fördert gegenseitige Unterstützung im Alltag. Ein besonderer Fokus liegt auf dem Erzählen und Erinnern: Während des gemeinsamen Essens wird Raum geschaffen für persönliche Geschichten, für das Teilen von Erinnerungen aus der Kindheit, an früheres Familienleben, an traditionelle Gerichte oder besondere Erlebnisse. Gerade ältere Menschen erleben so, dass ihre Lebenserfahrung wertgeschätzt wird und ihre Geschichten Gehör finden. Diese Gespräche tragen zur Verständigung zwischen den Generationen bei, fördern Empathie und stärken das Gefühl von Zugehörigkeit. Zudem werden besondere Anlässe wie Geburtstagsrunden für Alleinlebende oder interkulturelle Nachbarküchen genutzt, um Menschen einzuladen, sich mit ihren Geschichten, ihren Rezepten und ihrer Kultur einzubringen. So entsteht aus einem einfachen Essen ein soziales Ereignis mit Herz, bei dem niemand allein bleiben muss. Das Projekt setzt dabei gezielt auf regelmäßige Rituale und vertraute Orte, um Einsamkeit langfristig zu begegnen und nachbarschaftliche Beziehungen zu fördern. Das Projekt findet 2x pro Woche statt, 1x Frühstück und 1x das Mittagstisch. Dafür wird gemeinsam eingekauft. Die alten und neuen Rezepte werden dabei berücksichtigt. Die Menüplanung wird unter Anleitung eines Projektverantwortlichen überwiegend von Teilnehmer*innen vorab entschieden.
In der Gemeinde Adelebsen – mit ihren ländlich geprägten Ortsteilen und einer teils stark alternden Bevölkerung – zeigt sich zunehmend ein Bedarf nach Orten der Begegnung, die Menschen aller Generationen und Lebenslagen zusammenbringen. Viele ältere Menschen leben allein, Familienstrukturen sind im Wandel, und alltägliche Gelegenheiten für nachbarschaftliche Kontakte werden seltener. Besonders für Menschen mit eingeschränkter Mobilität, für Alleinlebende oder Zugezogene fehlt es an Möglichkeiten, unkompliziert Anschluss zu finden und Teil einer Gemeinschaft zu sein.
Gleichzeitig gibt es in Adelebsen eine ausgeprägte Bereitschaft zum sozialen Engagement sowie bereits vorhandene Strukturen wie das Mehrgenerationenzentrum, das als verlässlicher Ort der Begegnung geschätzt wird. Hier setzt das Projekt an: Es nutzt die vorhandene Infrastruktur und baut gezielt niedrigschwellige Angebote aus, die gemeinsames Tun und Erleben in den Mittelpunkt stellen. Dabei dient das gemeinsame Essen als vertrauter, generationsübergreifender Zugang, der niemanden ausschließt und auf vielfältige Weise soziale Teilhabe ermöglicht.
Die Projektidee greift damit konkrete Bedarfe auf, wie sie aus der Arbeit des Mehrgenerationenzentrums, aus Gesprächen mit Bürger*innen sowie aus der Beobachtung lokaler Entwicklungen hervorgehen. Mit einem klaren Fokus auf Alltagsbegegnungen im Rahmen gemeinsamer Mahlzeiten schafft das Projekt einen neuen Impuls für gelebte Nachbarschaft in Adelebsen.

