Inklusion beginnt oft im Kleinen – auf dem Spielplatz. Doch für viele Kinder mit Behinderung, insbesondere im Rollstuhl, enden Spielmöglichkeiten genau dort, wo sie für andere beginnen: bei der ersten Stufe. Während andere Kinder auf Rutschen, Schaukeln oder Karussells spielen, können Kinder mit körperlichen Einschränkungen häufig nur zusehen – sie sind dabei, aber nicht wirklich mittendrin. Das möchten wir ändern.
Unser Projekt „Inklusives Spielgerät – Rollstuhlkarussell für Rehden“ zielt darauf ab, eine barrierefreie, inklusive Spielfläche im Ortskern von Rehden zu schaffen, die Kindern mit und ohne Behinderung gemeinsames Spiel ermöglicht. Herzstück des Projekts soll ein Rollstuhlkarussell sein, das für alle Kinder – ob zu Fuß, mit Gehhilfe oder im Rollstuhl – gleichermaßen nutzbar ist.
Die Lebenshilfe Grafschaft Diepholz setzt sich seit Jahrzehnten für Teilhabe und Inklusion ein – auch außerhalb der eigenen Einrichtungen. Mit dem Rollstuhlkarussell möchten wir Kindern mit Behinderung mehr Teilhabe an öffentlichen Begegnungsorten ermöglichen, Berührungsängste abbauen und von klein auf ein inklusives Miteinander fördern. Denn wer gemeinsam spielt, lernt von Anfang an: Anders sein ist ganz normal.
Das geplante Karussell soll in Zusammenarbeit mit der Samtgemeinde Rehden, örtlichen Kindergärten, Schulen und Familien installiert werden. Die zentrale Lage garantiert, dass es niedrigschwellig erreichbar ist und von einer Vielzahl von Kindern genutzt werden kann. Begleitende Öffentlichkeitsarbeit sowie inklusive Aktionen (z. B. ein Einweihungsfest mit inklusiven Mitmachangeboten) stärken zusätzlich das Bewusstsein in der Nachbarschaft.
Das Projekt wird von einem multiprofessionellen Team aus Pädagoginnen, Eltern, Kommunalvertreterinnen und Menschen mit Behinderung selbst getragen und begleitet. Ziel ist es, nicht nur ein inklusives Spielgerät zu schaffen, sondern ein klares Zeichen für gleichberechtigte Teilhabe zu setzen – sichtbar, spürbar und mitten im Ort.Langfristig soll das inklusive Spielgerät auch als Modell für weitere Orte im Landkreis Diepholz dienen. Es kann Impulsgeber für eine neue Denkkultur sein: Öffentliche Räume müssen für alle gestaltet werden – nicht nur zugänglich, sondern einladend und aktiv nutzbar. Das Rollstuhlkarussell ist mehr als ein Spielgerät – es ist ein Symbol für gelebte Inklusion. Ein Ort, an dem Kinder erleben: Jeder gehört dazu.
In der Samtgemeinde Rehden gibt es bislang keine öffentlich zugänglichen inklusiven Spielangebote oder barrierefreien Spielgeräte (jedenfalls sind uns keine bekannt). Während viele Spielplätze für Kinder ohne Einschränkungen vielfältige Bewegungs- und Begegnungsmöglichkeiten bieten, sind Kinder mit körperlichen Beeinträchtigungen – insbesondere im Rollstuhl – davon weitgehend ausgeschlossen. Sie können häufig nur zuschauen, aber nicht aktiv mitspielen. Das führt nicht nur zu sozialer Ausgrenzung, sondern verhindert von klein auf ein Miteinander auf Augenhöhe.
Besonders relevant ist diese Ausgangslage auch deshalb, weil sich in unmittelbarer Nähe zwei zentrale Einrichtungen der Lebenshilfe Grafschaft Diepholz befinden: die Paul-Moor-Schule für berufliche Bildung sowie unsere heilpädagogischen Wohngruppen für Kinder und Jugendliche mit Behinderungen. Viele unserer jungen Bewohner*innen leben langfristig in Rehden und besuchen lokale Bildungs- oder Freizeitangebote. Dennoch fehlt es ihnen an inklusiven Begegnungsräumen im öffentlichen Raum, in denen sie sich selbstverständlich und gleichberechtigt bewegen können – etwa beim Spielen auf einem Spielplatz.
Gerade Spielplätze sind Orte, an denen soziale Integration früh beginnt. Wenn Kinder mit und ohne Behinderung nicht gemeinsam spielen können, entstehen von Anfang an Trennungen, Missverständnisse und Berührungsängste. Unser Ziel ist es daher, durch ein inklusives Spielgerät im Ortskern von Rehden diese Lücke zu schließen und Raum für echte Teilhabe zu schaffen – spielerisch, niedrigschwellig und sichtbar.

