Einsamkeit betrifft immer mehr Menschen – unabhängig von Alter, Herkunft oder Lebenslage. Besonders in urbanen oder strukturschwachen Räumen fällt es vielen schwer, soziale Kontakte zu knüpfen oder Netzwerke zu erhalten. Unser Projekt setzt deshalb direkt im Wohnumfeld an: an der Wohnungstür im Quartier Alt-Cuxhaven.
Unsere Mitarbeiterin nimmt gezielt Kontakt zu Menschen auf, bei denen Hinweise auf Einsamkeit bestehen – durch Nachbarn, soziale Dienste oder Beobachtungen. In einem ersten Gespräch geht es darum, zuzuhören, Vertrauen aufzubauen und die individuelle Lage sensibel zu erfassen. Auf Augenhöhe und ohne Druck wollen wir Interesse an Austausch wecken – im Haus, in der Straße oder im wohnortnahen Begegnungszentrum Tante Emma.
Durch ihr langjähriges ehrenamtliches Engagement in unserem BZ sowie Empathie, Offenheit und Kommunikationsstärke ist unsere Mitarbeiterin bestens geeignet. Sie ist im Viertel gut bekannt. Ihre Biografie, geprägt von überwundenen Schicksalsschlägen, verleiht ihrem Engagement Authentizität. Sie weiß, wie sich Isolation anfühlt, und vermittelt echte Hoffnung. Ihre Flexibilität und Motivation machen sie zur idealen Ansprechpartnerin, um Menschen vor Ort zu erreichen, zuzuhören und gemeinsam Wege aus der Einsamkeit zu entwickeln.
Unser Ziel: Menschen sollen sich als Teil einer Gemeinschaft erleben. Dafür schaffen wir wohnortnahe Angebote: Hausflurgespräche, Nachbarschaftsspaziergänge, Kreativrunden und Spielenachmittage. Bereits ein freundlicher Austausch oder das Gefühl „Ich bin nicht allein“ kann viel bewirken.
Besonderer Fokus liegt auf Inklusion: Menschen mit Behinderung, Migrationshintergrund oder sozialer Benachteiligung werden gezielt einbezogen. Barrieren – baulich, sprachlich oder sozial – wollen wir abbauen und niedrigschwellige Begegnungen fördern. Zudem setzen wir auf einen generationenübergreifenden Ansatz: Alt und Jung profitieren voneinander, tauschen sich aus und stärken das Miteinander.
Unser Wirkungsziel: Wir verhindern, dass Einsamkeit sich verfestigt, und stärken Nachbarschaft, Vertrauen und Selbstwirksamkeit. Langfristig entsteht ein tragfähiges Netzwerk, das über die Projektlaufzeit hinaus wirkt.
Obwohl unsere Gemeinwesenarbeit viele erreicht, bleiben manche unberührt von bisherigen Kanälen (Social Media, Flyer, Veranstaltungen). Daher setzen wir auf direkte Ansprache – dort, wo Menschen leben: im schönen Alt-Cuxhaven!
Alt-Cuxhaven ist ein Stadtteil mit extrem heterogener Sozialstruktur. Hier leben einkommensschwache Haushalte – häufig in günstigen Mietwohnungen – Tür an Tür mit gut situierten Neubürgern in hochwertig modernisierten Wohneinheiten. Diese soziale Mischung führt zunehmend zu Gentrifizierungskonflikten und einem anony. Nebeneinander. Der soz. Zusammenhalt leidet.
Ein weiteres Problem ist die hohe priv. Überschuldung: Laut Schuldneratlas 2024 sind 19,04 % der Erwachsenen im Stadtteil betroffen. Ein überdurchschnittl. Bezug von Grundsicherung liegt vor lt. Stat. Bundesamt. Diese wirtschaftliche Belastung trägt zur soz. Ausgrenzung und Vereinsamung bei.
Wir beobachten zunehmend, dass viele Menschen – insbesondere Ältere, Alleinlebende oder Migranten – im Alltag allein bleiben. Selbst nach Jahren gelingt es ihnen oft nicht, im neuen Wohnumfeld Anschluss zu finden. Häufig fehlen ihnen soz. Kompetenzen oder das Selbstvertrauen, aktiv auf andere zuzugehen. Die Folge: Einsamkeit wird zur stillen Dauerbelastung.
Vor diesem Hintergrund wird das Projekt genau dort ansetzen, wo die Menschen leben: direkt an der Haustür. Unsere Mitarbeiterin wird den Menschen auf Augenhöhe begegnen, Vertrauen wird aufgebaut und Wege in Gemeinschaft werden eröffnet – sei es im eigenen Haus, in der Nachbarschaft oder im wohnortnahen Begegnungszentrum „Tante Emma“. Dieses wird als niederschwellige Anlaufstelle etabliert, vernetzt und bekannt. Begegnung wird hier möglich, Barrieren werden abgebaut. So wird Gemeinschaft im Quartier erlebbar und Einsamkeit wird gezielt entgegengewirkt.


