Einsamkeit betrifft viele Menschen – insbesondere ältere, alleinlebende oder pflegebedürftige Personen. In unserem Pflegeheim leben Menschen mit Unterstützungsbedarf, die durch Mobilitätseinschränkungen, Demenz oder soziale Isolation nur eingeschränkt am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können. Gleichzeitig wünschen
wir uns, dass das Haus wieder mehr Teil des nachbarschaftlichen Lebens wird - wie es vor Corona war. Hier setzt unser Projekt an.
Wir möchten einen interaktiven „Aktivtisch“ anschaffen und ihn gezielt als niedrigschwelliges Begegnungsangebot öffnen – für NachbarInnen, ehrenamtlich Engagierte und Kooperationspartner aus dem Quartier (z. B. Kirchengemeinde, Seniorentreffs, Initiativen). Der Aktivtisch ist ein digitales, intuitiv bedienbares System mit Spielen, Musik, Biografiearbeit und Bewegungsangeboten, das speziell für ältere Menschen und Menschen mit Demenz
entwickelt wurde. Er ermöglicht sowohl Einzelbetreuung als auch Gruppenangebote und eignet sich hervorragend zur Förderung von Kommunikation, Erinnerungsarbeit und sozialer Teilhabe.
Unser Ziel ist es, das Haus zu einem Ort der Begegnung zu machen. Dazu laden wir regelmäßig NachbarInnen zu offenen Nachmittagen, Quizrunden oder Musikangeboten ein – organisiert durch Ehrenamtliche mit Unterstützung unserer Betreuungskräfte. Auch kleine generationsübergreifende Formate mit Kindern aus der Nachbarschaft sind geplant. Der Aktivtisch wird so zu einem Türöffner für neue Kontakte, gemeinsames Erleben und
gegen Einsamkeit – drinnen wie draußen.
Durch die einfache Bedienbarkeit können auch Menschen mit Sprachbarrieren oder Behinderung teilhaben. Das Projekt stärkt Inklusion, bringt Menschen aus der Nachbarschaft zusammen und schafft langfristige Beziehungen. Wir möchten so nicht nur Einsamkeit abbauen, sondern Nachbarschaft aktiv gestalten – kreativ, digital und gemeinsam.
In unserem Haus St. Josef leben ältere Menschen mit Unterstützungsbedarf – viele mit körperlichen Einschränkungen, viele mit demenziellen Erkrankungen. Sie alle sind im Alltag auf Hilfe angewiesen und in ihrer Mobilität eingeschränkt. Die Folge: Kontakte zur Nachbarschaft bestehen kaum oder brechen über die Zeit hinweg ganz ab. Gleichzeitig ist das Haus in eine Wohnsiedlung eingebettet und wir beobachten auch in der Umgebung eine zunehmende soziale Vereinsamung – nicht nur bei älteren Menschen, sondern auch bei Zugezogenen, Alleinstehenden oder pflegenden Angehörigen.
Unser Haus wird aktuell gar nicht in die Nachbarschaft einbezogen, obwohl es über Gemeinschaftsflächen verfügt, die sich für nachbarschaftliche Aktivitäten eignen. Es fehlen jedoch bislang niedrigschwellige, verbindende Angebote, die es ermöglichen, NachbarInnen einzubeziehen, ohne sie zu überfordern oder spezielle Vorkenntnisse
vorauszusetzen. Gerade Menschen mit Demenz oder Behinderungen benötigen besondere Zugänge zu sozialen Begegnungen, die gleichzeitig Sicherheit und Anregung bieten. Auch ehrenamtliches Engagement ist vorhanden, doch fehlt es an Strukturen und konkreten Einsatzmöglichkeiten, die freiwillige HelferInnen motivieren und binden. Die Pflegekräfte wiederum sind stark eingebunden und benötigen Unterstützung, um soziale Angebote im
Alltag umzusetzen.
Daraus ergibt sich ein klarer Bedarf: Wir brauchen ein Format, das soziale Teilhabe für unsere
BewohnerInnen ermöglicht, nachbarschaftliche Beziehungen aufbaut und dabei inklusiv,
motivierend und entlastend wirkt – sowohl für Haupt- als auch Ehrenamt.

