Einsamkeit ist als Begriff in der Öffentlichkeit angekommen. Doch was ist eigentlich Einsamkeit?
In dem Projekt werden hauptamtliche Akteure aus der Kommune informiert und sensibilisiert. Ziel des Projektes ist, dass Menschen in ihren Tätigkeitsfeldern in der Lage sind, von Einsamkeit betroffene oder bedrohte Personen zu erkennen und entsprechend mit ihnen zu agieren. Es geht um Wissen (Ursachen, Auswirkungen, Folgen usw.), aber auch um konkrete Handlungsoptionen für Personengruppen, die professionell mit Menschen arbeiten.
Das Projekt leistet einen wichtigen Schritt zum Verständnis und zur Auseinandersetzung mit dem Megathema "Einsamkeit", vermittelt Informationen und bringt Hauptamtliche in den Austausch, um gemeinsam für einsame Menschen einstehen zu können.
Wirkungsziel des Projektes wird sein, das hauptamtliche Akteure (z.B. Sozialarbeiter, Lehrer etc.) fundiertes Wissen über das Thema haben und sensibilisiert sind. Das Vorhaben begründet auf der Annahme, dass genau dieses Wissen unzulänglich da ist.
Durch das Projekt werden eine Fachveranstaltung (Tagung) sowie Workshops/ Schulungen möglich gemacht. Dafür werden Experten herangezogen, die fundiertes Wissen und den aktuellen Forschungsstand präsentieren und übermitteln.
Das Projekt wird in der Stadt Ronnenberg, überwiegend im Quartier Empelde, umgesetzt. Dort betreibt win e.V. seit 2019 einen Quartierstreff in der Löwenberger Str. 22.
In unserem Antrag entscheiden wir uns gegen Maßnahmen, Feste und Veranstaltungen für (einsame) Bewohnerinnen und Bewohner, da wir bereits viele Aktionen im Quartierstreff Empelde anbieten und umsetzen bzw. sehen diese als zweiten Schritt. Wir merken umso mehr, dass ein professionelles Verständnis bei Fachkräften bzw. in der Öffentlichkeit fehlt, um die tatsächlich Einsamen zu erreichen. Maßnahmen, die diese Zielgruppe ansprechen, müssen möglichweise anders konzeptionell gedacht und beworben werden. Menschen, die bereits (stark) von Einsamkeit betroffen sind, nehmen möglichweise "nicht einfach so" an Veranstaltung bei, sondern benötigen eine besondere Ansprache und Begleitung, um Negativerfahrungen zu vermeiden.
Wir erleben in der Kommune, der Stadt Ronnenberg, eine große Auswahl an sozialen Angeboten, die von vielen Menschen auch genutzt werden. Trotzdem steigt die Zahl der Menschen, die von Einsamkeit bedroht oder betroffen sind. Zudem werden womöglich diese Menschen mit den bestehenden Angeboten nicht erreicht. Warum? Dieser Frage möchten wir unter anderem in dem Projekt auf den Grund gehen.
Polizei, Feuerwehr, die KSG Hannover als Vermieter, soziale Institutionen sowie Bewohnerinnen und Bewohner berichten von "mehr Einsamkeit", beispielsweise in der Zukunftskonferenz Empelde, die wir 2024 organisiert haben.
Und die Frage ist: Erkennen Fachkräfte aus Schule, Kita, Sozialem und der Verwaltung eigentlich Einsamkeit? Und können entsprechend agieren? In Gesprächen zum Thema erleben wir, dass Wissen fehlt. Eigene Angebote werden zudem nicht entsprechend "unter die Lupe" genommen, ob diese überhaupt für einsame Menschen zugänglich wären. An dieser Stelle setzt das Projekt an. Wir möchten die Fachkräfte motivieren, die eigene Arbeit zu überprüfen und sich zu fragen, wie einsame Menschen stärker inkludiert werden können: In Gruppen, in Angebote, in Strukturen, in die Stadtgesellschaft.
Das Projekt möchte Impulse für soziale Organisationen, aber auch ressortübergreifend für andere Organisationen geben, beispielsweise die Stadtplanung. Denn Einsamkeit ist kein Problem einzelner Menschen, sondern ein gesamtgesellschaftliches. Es bedarf aus unserer Sicht lokale Zusammenschlüsse, die lebensweltorientierte Initiativen und Maßnahmen entwickeln und diese dauerhaft etablieren. Hierfür möchte das Projekt eine Basis aufbauen.


