Durch das Projekt „ZusammenSpiel - Gemeinsam in Osterode“ sollen neue Interaktionsräume zwischen Menschen unterschiedlichen Alters, sowie kultureller Hintergründe geschaffen werden. Hauptziel ist, den Sozialraum zu beleben und im Zuge dessen die Gemeinschaft zu stärken und Einsamkeit entgegen zu wirken. Erfolgen soll dies durch initiierte Begegnungsangebote. Hierfür sieht das Projekt eine Veranstaltungsreihe vor, bei der die Teilnehmenden sich treffen um gemeinsam Spiele zu spielen. Es kann zwischen verschiedenen, durch das Projekt zur Verfügung gestellten, Gesellschafts- und Outdoorspielen gewählt werden. Die Teilnehmenden lernen nicht nur neue Spiele kennen, sondern haben auch Raum sich untereinander zu vernetzen, Kontakte zu knüpfen, Freundschaften zu schließen. Darüber hinaus ergeben sich Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Generationen und Kulturen. Die Seniorin lernt beispielsweise von dem Auszubildenden den Umgang mit einer Spielekonsole, während zugewanderten Menschen der Zugang zu einer „typisch deutschen“ Kulturstruktur geöffnet wird. Die gemeinsamen Spielenachmittage wirken damit nicht nur einer Vereinsamung entgegen, sondern fördern gleichermaßen die soziale Integration und Vernetzung von Bewohner*innen.
Höhepunkt der Veranstaltungsreihe wird eine Spieleolympiade, bei diesem Event werden gleich eine Reihe an zuvor kennengelernten Spielen gespielt. Am Ende der Veranstaltungsreihe gewinnen alle Teilnehmenden an der gestärkten Gemeinschaft und der Belebung ihres Sozialraums. Zur Nachhaltigkeit des Projekts ist eine Verstetigung dessen vorgesehen. Interessierte sollen auch nach Ende des Förderzeitraums die Möglichkeit haben, sich zu regelmäßigen Spielnachmittagen zu treffen und die angeschafften Spiele nutzen dürfen.
Mit etwa 22 000 Einwohner*innen zählt die Stadt Osterode am Harz zu den Mittelzentren im Landkreis Göttingen. Geprägt ist die Innenstadt allerdings durch Leerstand, der sich, im Gegensatz zu anderen Städten dieser Größenordnung, nicht ausschließlich auf den Wegfall der Geschäfte durch den Online-Handel begründet. Fehlende Investitionen von Immobilienbesitzer*innen in ihre Mietobjekte, mäßige Anbindung an der Öffentlichen Personennahverkehr, Geschäftsstrukturen, die hauptsächlich Billigartikel handeln und die vermehrte Verteilung von geflüchteten Familien in die Innenstadt machen Osterode am Harz wenig attraktiv für Mieter*innen, Investor*innen und Ladenbesitzer*innen. Osterode am Harz hat hohe Zahlen in den Bereichen Kinderarmut (16% von Armut betroffen oder gefährdet), Überalterung (22,1% über 65 Jahre), Bezieher*innen von Bürgergeld (9,4%) und Menschen mit Migrationshintergrund (23,6%, davon 47% ohne deutsche Staatsangehörigkeit), Bevölkerungsgruppen, die ohnehin verstärkt von Armut und fehlender Teilhabe betroffen sind. Begegnungsangebote, für Austausch und Vernetzung dieser Bevölkerungsgruppen, sind kaum vorhanden. Das Gemeinwesenprojekt der Stadt „Offenes Haus in der Altstadt“ wurde Anfang 2024 eingestellt.

