Einsamkeit ist ein zunehmendes gesellschaftliches Problem, das Menschen jeden Alters betrifft – sowohl in Städten als auch in ländlichen Regionen. Besonders in einer Stadt wie Wolfsburg, geprägt von industrieller Struktur und einer vielfältigen Bevölkerung, wird soziale Isolation immer sichtbarer: Homeoffice, Ruhestand ohne soziale Netzwerke, räumliche Distanz zu Familienangehörigen – all das trägt dazu bei, dass sich viele Menschen allein fühlen.
Unser Projekt setzt genau hier an: Wir schaffen Räume für Begegnung, gehen aktiv auf Menschen zu und fördern nachbarschaftliches Miteinander. Ziel ist es, soziale Isolation zu verringern und gesellschaftliche Teilhabe für alle – unabhängig von Alter, Herkunft oder sozialem Status – zu ermöglichen.
Wir organisieren regelmäßige Begegnungstreffen, Austauschformate und gemeinsame Aktivitäten in lokalen Gemeinschaftszentren – von Kaffeerunden und Nachbarschaftsspaziergängen bis hin zu Gesprächskreisen und kreativen Workshops. Besonders wichtig ist uns der partizipative Ansatz: Die Angebote entstehen aus den Interessen und Bedürfnissen der Menschen vor Ort.
Ein zentraler Baustein unseres Projekts ist der Aufbau von Patenschaften: Ehrenamtliche begleiten einsame Menschen im Alltag, leisten Gesellschaft und fördern soziale Kontakte.
Unser Ansatz folgt den Prinzipien der Gemeinwesenarbeit: niedrigschwellig, kostenlos, ressourcenorientiert und partizipativ. Um besonders isolierte Menschen zu erreichen, setzen wir verstärkt darauf, zu den Menschen zu gehen. Etwa durch Gespräche an der Haustür, bei Supermärkten, auf Friedhöfen oder Spielplätzen. Genauso wichtig ist die Vernetzung zu Pflegediensten und Pflegeheimen.
Einsamkeit kann nicht nur gesundheitliche Folgen wie Depressionen oder chronische Erkrankungen hervorrufen, sondern auch zu gesellschaftlicher Entfremdung und demokratiefeindlichen Einstellungen führen. Unser Projekt will dem entgegenwirken: mit Nähe, Begegnung und neuen Netzwerken.
Zur Umsetzung dieser intensiven Beziehungsarbeit benötigen wir personelle Verstärkung durch Honorarkräfte. Nur so können wir langfristig Vertrauen aufbauen, Menschen erreichen, die bereits zurückgezogen leben, und nachhaltige Strukturen gegen Einsamkeit schaffen.
Ziel: Soziale Isolation und Einsamkeit im Raum Wolfsburg verringern – durch Begegnung, Teilhabe und den Abbau von Zugangsbarrieren, besonders für ältere Menschen, Geflüchtete und sozial benachteiligte Gruppen.
Mit der Pandemie wurden soziale Kontakte massiv eingeschränkt. Gewohnte Begegnungsorte wie Vereine, Nachbarschaftstreffs oder Seniorencafés fielen plötzlich weg. Viele Menschen haben sich zurückgezogen und finden nur schwer wieder Anschluss an das gesellschaftliche Leben. Verstärkt wird diese Entwicklung durch die zunehmende Nutzung von Homeoffice: Der Arbeitsweg, kurze Gespräche mit Kolleg*innen und spontane Begegnungen im Büro. All das fällt weg und wird durch digitale Kommunikation ersetzt, die den direkten sozialen Austausch oft nicht ersetzen kann. Diese Kombination aus pandemiebedingtem Rückzug und struktureller Veränderung im Arbeitsleben hat dazu geführt, dass Isolation und Einsamkeit in der Mitte der Gesellschaft angekommen sind.
Obwohl soziale Medien verbinden können, ersetzen sie oft nicht den direkten Kontakt. Vor allem bei älteren Menschen entsteht durch fehlende digitale Kompetenzen eine noch größere Isolation. Bei Jüngeren kann der ständige Online-Austausch reale Begegnungen verdrängen.
Die Abwanderung junger Menschen in die Städte schwächt ländliche Gemeinden. Treffpunkte wie Dorfläden, Kneipen oder Vereine verschwinden. Dadurch bricht ein wichtiger sozialer Kitt weg.
Die Gesellschaft entwickelt sich zunehmend in Richtung Individualisierung. Nachbarschaften kennen sich oft kaum noch, und gegenseitige Hilfe wird seltener in Anspruch genommen.
Gerade im ländlichen Raum wird Mobilität zum Problem. Ohne Auto sind viele, vor allem ältere Menschen, von sozialen Angeboten abgeschnitten.
Früher war es normal, sich im Treppenhaus zu begegnen oder einfach mal bei der Nachbarin zu klingeln. Heute bleiben viele lieber hinter verschlossenen Türen.


