Pflegekräfte mit Zuwanderungsgeschichte sind mittlerweile ein Viertel aller Werktätigen in dem Berufszweig, Tendenz steigend. Allseits wird von den Herausforderungen in diesem Arbeitsbereich berichtet. Doch häufig wird der Berufsalltag zudem durch die eigene Biografie oder ethnische Zugehörigkeit noch erschwert. Sprachliche oder kulturelle Hürden können durch Fortbildungen und tägliche Arbeit nach und nach abgebaut werden. Schön wäre es, in einer Arbeitssituation Angstfrei von beiden Seiten starten zu können.
Deshalb bieten wir den Offenen Treff Pflege als wöchentliches Begegnungsformat an, um Menschen die als Pflegehelfer oder OP Assistenten, als Kinder- oder Altenpfleger vor Ort arbeiten, in einem kleinen Kreis vorzustellen und Gespräche zu ermöglichen. Eingeladen sind alle, die persönlich oder indirekt von Pflege betroffen sind oder sich über das Berufsfeld informieren wollen.
Unsere Räume in der Bergstr.6 im 1.OG sind zentral in der Stadt gelegen und mit Fahrstuhl und Behindertentoilette auch für eingeschränkte Personen optimal erreichbar. Das wöchentliche Format Offener Treff ermöglicht es eine regelmäßige Struktur des Willkommens aufzubauen und einen Treffpunkt zu etablieren. Unser Zugang zu Migranten ist sehr gut aufgestellt und aus diesem Kreis sind wiederum die aus dem Berufsfeld Pflege die Akteure in diesem Projekt.
Eingeladen sind Senioren und Angehörige, die sich für die Situation in der Pflege interessieren. Im Offenen Treff stellen wir Fachkräfte vor, die sich im wöchentlichen Gespräch den Fragen der Besucher stellen. Gleichzeitig präsentieren wir Zahlen und Fakten über die Pflegeeinrichtungen in unserem Umfeld. Bei einer Tasse Kaffee kommen die Fragen auf, die sonst so häufig unbeantwortet bleiben. Obwohl so viele Migranten unter uns leben, haben viele Senioren noch keinen persönlichen Kontakt gehabt. Viele Beispiele begrenzen sich auf die Hilfe für Geflüchtete. Hier ist es anders herum: die migrantischen Mitbürger dürfen als Fachkräfte entdeckt werden. Durch die persönliche Begegnung wollen wir Wertschätzung prägen und Ängste durch Erfahrung und Antworten abbauen.
Weitere Öffentlichkeitsarbeit ist von den Akteuren angedacht.
Pflegende mit Zuwanderungsgeschichte übernehmen eine wichtige Aufgabe in unserer Gesellschaft. Mit 25% der Werktätigen in diesem Bereich sind sie ein unverzichtbarer Personalanteil.
Leider erfahren wir vor Ort immer häufiger von Ablehnung, Beleidung, Aggression gegen diese Personen und auch ihrer Familien. Rassistische Beleidigungen finden nach und während der Arbeit statt.
Diese Haltungen und Handlungen sind unterschiedlich motiviert. Während einige mit Überzeugung diskriminieren, haben andere Angst vor dem Unbekannten oder folgen der allgemeinen Stimmung mit Ausgrenzung und Aggression.
Gemeinsam mit den Betroffenen haben wir das Begegnungskonzept Offener Treff Pflege entwickelt. Die ersten Aktiven kommen aus Afghanistan, Sudan, Guinea, Eritrea und der Türkei. Sie werden unterstützt durch das hauptamtliche Team vom BMGH. Weitere Informations- und Begegnungsformate sind vorstellbar.
Kooperationspartner im Start ist der Seniorenrat Burgdorf.

