Miteinander im Südharz – Nachbarschaft leben, Einsamkeit überwinden ist ein sozialraumorientiertes Nachbarschaftsprojekt in den Städten Bad Lauterberg, Bad Sachsa und Herzberg am Harz im Landkreis Göttingen. Ziel ist es, durch niedrigschwellige und gemeinschaftsbildende Angebote die soziale Teilhabe aller Menschen zu stärken und der zunehmenden Einsamkeit im ländlichen Raum entgegenzuwirken. Das Projekt setzt auf die Aktivierung lokaler Ressourcen, die Einbindung bestehender Strukturen und die Beteiligung möglichst vieler Bevölkerungsgruppen – insbesondere solcher, die im gesellschaftlichen Alltag oft marginalisiert oder übersehen werden. In den Familienzentren der drei Städte entstehen offene Treffpunkte für Begegnung, Austausch und gemeinsame Aktivitäten. Zu den geplanten Formaten gehören u. a. Nachbarschaftsfrühstücke, Nachbarküchen, Garagenwerkstätten, Spaziergänge, generationenübergreifende Patenschaften, Filmabende und interkulturelle Feste. Das Projekt versteht sich als Impulsgeber für eine offene, solidarische Nachbarschaftskultur und entwickelt übertragbare Modelle zur Einsamkeitsprävention im ländlichen Raum. Das Projekt setzt auf konkrete, lebensnahe und partizipativ entwickelte Maßnahmen, die Nachbarschaft erlebbar und gestaltbar machen:
• Dörfliche Gemeinschaft stärken: Mit Formaten wie Nachbarschaftsfrühstücken, Spaziergruppen, Geburtstagsfeiern und offenen Nachmittagen entsteht Raum für regelmäßige Begegnung.
• Vielfalt sichtbar leben: Gemeinsames Kochen, interkulturelle Abende und interreligiöse Feste laden alle ein, ihre Lebenswelt einzubringen und voneinander zu lernen.
• Barrieren abbauen: Alle Angebote sind kostenfrei, niedrigschwellig, barrierearm, ggf. mehrsprachig und kinderfreundlich.
• Lernen und Verantwortung übernehmen: Workshops, z. B. zur Gesprächsführung oder Moderation, qualifizieren Menschen für nachbarschaftliches Engagement.
• Räume für eigene Ideen schaffen: Kleine „Aktionsfonds“ ermöglichen Senior*innen, Jugendlichen oder Eltern eigene Aktivitäten mit Budget umzusetzen.
• Kochen, Bauen, Feiern als Brücke: Nachbarschaftsküchen, Garagenwerkstätten, Straßenfeste und Filmabende dienen als Türöffner für neue Beziehungen.
Die Städte Bad Lauterberg, Bad Sachsa und Herzberg liegen im Südharz, einer strukturschwachen ländlichen Region mit besonderen demografischen und sozialen Herausforderungen. In den letzten Jahrzehnten kam es zu einem starken Rückgang traditioneller Gemeinschaftsformen. Gleichzeitig fehlen vielerorts neue, inklusive Räume für soziale Begegnung und Teilhabe.
Viele Menschen leben vereinzelt – insbesondere Ältere, Alleinerziehende, Menschen mit Behinderung, Alleinstehende mit oder ohne Migrationsgeschichte und Menschen mit geringen ökonomischen Ressourcen. Auch junge Familien oder Zugezogene ohne soziales Netzwerk erleben Isolation.
Trotz einzelner sozialer Angebote existieren kaum verbindende Strukturen auf nachbarschaftlicher Ebene. Informelle Treffpunkte, die es früher gab – wie Dorfkneipen, Nachbarschaftsvereine oder gemeinsame Dorffeste – sind vielerorts verschwunden oder nur noch exklusiv zugänglich. Das Projekt gliedert sich in mehrere Bausteine, die flexibel an den drei Standorten realisiert werden. Nachbarschaftslots*innen: Engagierte Menschen aus dem Sozialraum werden als zentrale Ansprechpersonen geschult, begleitet und vernetzt.
Nachbarküchen: Regelmäßiges gemeinsames Kochen und Essen mit anschließendem Austausch.
Spaziergruppen und private Begegnung: Nachbarschaftsspaziergänge mit Anknüpfung an private Räume (z. B. Wohnzimmer oder Garten) als neue Begegnungsorte.
Nachbarschaftswerkstätten: Handwerk, Reparaturen, Upcycling in Garage oder Garten – v. a. von Männern und Jugendlichen geschätzt.
Offene Feiern und Feste: Jahreszeitliche und thematische Straßenfeste zur Belebung der Quartiere.
Patenschaften zwischen Generationen: Tandems zwis

