Ein Weg aus der Einsamkeit: Gemeinsam mit einer multikulturellen Nachbarschaft Vielfalt schaffen für ein artenreiches grünes Quartier. Rund um den Nachbarschaftskiosk am Sporlederweg entsteht im Viertel am Volkspark ein Begegnungs- und Möglichkeitsraum. Hier kommt die Nachbarschaft zusammen, es wird gegärtnert und ein l(i)ebenswertes Wohnumfeld für Pflanzen, Tiere und Menschen geschaffen. Denn blühende Wiesen und ein artenreicher Lebensraum erhöhen die Aufenthaltsqualität sowie die (psychische) Gesundheit.
Konkret wollen wir im heterogenen Viertel am Volkspark in Linden-Süd durch Einsamkeit gefährdete Menschen mit niedrigschwelligen Angeboten und (Begrünungs-)Aktionen im direkten Wohnumfeld in Kontakt mit ihrer Umwelt bringen und die Menschen und das Quartier „aufblühen“ lassen. Dabei sollen durch Treffen, Aktionen und Feierlichkeiten Austausch- und Teilhabemöglichkeiten geschaffen, Gestaltungsräume geboten, Kontakte geknüpft und die BewohnerInnen längerfristig zur Selbstwirksamkeit bewegt werden, um so aktiv der Einsamkeit entgegenzuwirken.
Schwerpunkt des gemeinsamen Tuns ist das Begrünen des Viertels und die Schaffung von Artenvielfalt: u.a. gärtnerische Tätigkeiten wie das Anlegen von Hochbeeten, Nasch(h)ecken oder Blühwiesen sowie der Bau von (Insekten-)Nisthilfen oder das Anlegen eines Sandariums. Anknüpfungspunkte ergeben sich durch das Wissen der Menschen um gärtnerische Themen sowie durch deren handwerkliche Fähigkeiten: Die BewohnerInnen können sich einbringen, schaffend tätig sein und somit Selbstwirksamkeit erfahren. Für die Umsetzung wollen wir vorhandene Strukturen und bereits gesammelte Erfahrung vor Ort nutzen.
Ältere Menschen und Personen mit Migrationshintergrund sehen sich häufig mit äußerlichen Hindernissen, wie mangelnder Barrierefreiheit des Umfeldes und der Kommunikation bzw. sprachlichen Hürden konfrontiert. So bleiben sie häufig unter sich oder vereinsamen. Zudem ist es nicht jedem möglich, einer Beschäftigung durch eine geregelte Arbeit nachzugehen und dadurch Kontakte zu knüpfen. Hier sind besonders gesundheitlich Eingeschränkte und Frauen betroffen, die (teils aus familiären Gründen) zu Hause bleiben. Zudem können viele aus finanziellen Gründen nicht an gesellschaftlichen Aktivitäten teilnehmen, die Geld kosten. Hinzu kommt, dass besonders SeniorInnen nur eingeschränkt oder mit Unterstützung anderer Aktivitäten wahrnehmen können. Umso wichtiger ist es, die Angebote mit kurzen Wegen, niedrigschwellig und kostenlos im direkten Wohnumfeld anzubieten.
In Großstädten wie Hannover sind Grünflächen und Lebensraum für Tiere vielerorts Mangelware. Auch das relativ grüne Projektgebiet „Viertel am Volkspark“ ist geprägt durch pflegeleichte Strukturen und eintönige Rasenflächen. Zwar ist von Seiten der Immobilienbesitzer eine sehr große Offenheit gegenüber der Gestaltung der Außenfläche durch die Anwohnenden gegeben, diese wird jedoch von den BewohnerInnen bisher kaum ausgenutzt. Hier kann unser Projekt aufgrund der Vorarbeiten und sehr guten Kontakte ansetzen.

