Das Reparaturcafé ist eine junge Initiative (10.2024) von ehrenamtlich Engagierten der Generation 60+. Hier bringen Menschen ihre defekten Alltagsgegenstände vorbei und reparieren sie im besten Fall mit Unterstützung selbst. Der Schwerpunkt liegt auf der Instandsetzung von Fahrrädern, aber auch Toaster & Co. sind willkommen. Hier steht das gemeinsame Reparieren, das Teilen von Wissen und die Begegnung auf Augenhöhe. Mit teils gespendetem, teils von den Reparateuren selbst mitgebrachtem Werkzeug und Ersatzteilen und ihrer ehrenamtlichen Anleitung wird dieser Ort der Hilfe zur Selbsthilfe immer mehr frequentiert. Besucher erhalten praktische Unterstützung, lernen dabei selbst zu reparieren und stärken ihr Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Das Angebot ist offen für alle, besonders für Menschen mit begrenztem Zugang zu Werkstätten oder technischem Know-how. Ein zentraler Bestandteil soll zukünftig die generationenübergreifende Zusammenarbeit werden. Eine gute Basis dafür bietet bereits der Standort im gleichen Gebäude wie der kommunale Jugendtreff. Ziel soll sein, dass Ältere ihr handwerkliches Wissen, ihre Geduld und Erfahrung einbringen und Jüngere beim Reparieren unterstützen. Für alle, die selber nicht kommen können, ist ein mobiler Service geplant. Hierfür sollen die Zielgruppen auf unterschiedlichen Wegen angesprochen werden, so dass sich Menschen unterschiedlicher Herkunft, Altersgruppen und Lebensrealitäten in einer wertschätzenden, gemeinschaftlichen Atmosphäre begegnen können.
Wir setzen ein Zeichen für Nachhaltigkeit, Ressourcenschonung und sozialen Zusammenhalt. Viele Dinge lassen sich mit einfachen Mitteln reparieren – was oft fehlt, ist das Know-how oder der Mut, es selbst zu versuchen. Unser Reparaturcafé vermittelt praktisches Wissen, macht Technik zugänglich und stärkt die Idee, dass nicht alles neu gekauft werden muss. Wir wollen eine lebendige Reparaturkultur fördern, in der Menschen eigenständig und gemeinschaftlich aktiv werden. Durch das gemeinsame Tun entstehen Lernprozesse, Begegnungen und Beziehungen – zwischen Jung und Alt, zwischen Menschen mit unterschiedlichen Fähigkeiten und Geschichten, unabhängig davon, ob sie Hilfe benötigen, im Pflegezentrum leben oder einfach Lust haben, gemeinsam mit anderen aktiv zu werden.
Das Reparaturcafé wird so zu einem Ort der Nachhaltigkeit, der Teilhabe und des gelebten Miteinanders.
Ausgangslage: a) Ein Fahrradhändler fehlt seit längerem im Ort. Um die Instandsetzung von Rädern wieder möglich zu machen, gründete eine Gruppe von Männern 60+ in 10/24 das ReparaturCafé mit dem Fokus Fahrräder. Heute hat sich das Team gefunden, die Initiative ist bekannt. b) Jugendliche haben wenig Gelegenheit, handwerkliche Fähigkeiten zu erlernen oder praktische Erfahrung im Umgang mit Werkzeug zu sammeln. In Schule und Alltag fehlt oft der Raum fürs Selbermachen. Gleichzeitig verfügen ältere Menschen über viel Wissen und Erfahrung im Reparieren – doch es gibt kaum Orte, an denen dieses Wissen weitergegeben werden kann.
Probleme: Jugendliche haben selten Zugang zu Werkzeug, Wissen oder Menschen, die sie beim Reparieren begleiten. Ihnen fehlt oft das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Gleichzeitig gehen Begegnungen zwischen den Generationen im Alltag zunehmend verloren – es fehlt der Austausch. Zudem wird vieles vorschnell weggeworfen, obwohl es reparierbar wäre.
Gründe für das Projekt: Das Reparaturcafé soll zukünftig vor allem Jugendlichen die Möglichkeit bieten, unter Anleitung erfahrener Ehrenamtlicher selbst aktiv zu werden. So lernen sie, Dinge zu reparieren, anstatt sie wegzuwerfen. Im Mittelpunkt stehen gemeinsames Tun, gegenseitiges Lernen und Begegnung auf Augenhöhe. Die Älteren geben ihr Wissen weiter, die Jüngeren bringen Neugier und Offenheit mit. So entsteht ein generationsübergreifender Lernraum, der Umweltbewusstsein, Selbstvertrauen und soziale Verbundenheit stärkt. Das Projekt macht Jugendliche stark – durch Erfahrung, Anleitung und das gemeinsame Erfolgserlebnis: „Ich kann das!“ Ältere bringen sich über den Berufsausstieg hinaus sinnstiftend ein.

