Mit dem KreativTreff möchten wir BewohnerInnen aus Ronnenberg - unabhängig ihres Alters und ihrer Sprachkompetenz die Möglichkeit geben, vorhandene Textilien/ Stoffe im Werkstattbereich des DiakonieLächen kids im Rahmen von Upcycling ein neues Leben zu schenken, vorhandene Materialien aufzuarbeiten bzw. zu reparieren und so der eigenen Kreativität einen Raum zu geben. In einem abgegrenzten Areal innerhalb des Lädchens, werden drei bis vier Nähmaschinen zur Verfügung gestellt, die kostenfrei genutzt werden können. Die Projektleitung, die den Kundinnen bereits aus dem DiakonieLädchen kids bekannt sein wird, stellt ihr Know-how bei der Bedienung der Nähmaschinen zur Verfügung und bietet, in einem vorher angegeben Zeitraum, Unterstützung bei den Näharbeiten an. Durch die zur Verfügung Stellung der Hardware (Nähmaschinen) und der Software (Kenntnisvermittlung) wird Armut gelindert. Wobei hier ausdrücklich nicht nur Flüchtlinge und SGB II-Empfangenen angesprochen werden sollen, sondern auch die untere Mittelschicht, die oftmals mit ihren geringen Einkommen nur kurz über der Bedürftigkeitsgrenze lebt und durch das Unterstützungssystem kaum Hilfe erfährt.
Der Zielgruppe wird darüber hinaus die Möglichkeit gegeben, sich unabhängig von Herkunft und Einkommen kennen zu lernen. Dieses führt zu der Möglichkeit, sich untereinander zu vernetzen, gesellschaftliche Teilhabe und eine Integration von Familien mit Migrationshintergrund oder Fluchterfahrung kann stattfinden.
In Ronnenberg gibt es einen überdurchschnittlich hohen Anteil von EinwohnerInnen, die von Arbeitslosigkeit betroffen und von Armut bedroht sind. Ronnenberg gehört mit einer Arbeitslosenquote aller zivilen Erwerbspersonen von rund 9,4% zu den Spitzenreitern in der Region Hannover. Darüber hinaus gibt es einen „[…] eher hohen Anteilen von Alleinerziehenden- und Singlehaushalten und nicht mehr so vielen Familienhaushalten und unter 18-Jährigen wie in anderen Städten und Gemeinden im Umland der Großstadt.“ Die Armutsgefährdungsquote Alleinerziehender ist insgesamt mit rund 44% auch landesweit alarmierend hoch und ansteigend. Die Gruppe der Alleinerziehenden zeichnet sich nicht nur im SGB II-Bezug durch eine relativ hohe Erwerbsbeteiligung bei eher niedrigen Einkünften aus, die verhältnismäßig häufig durch Grundsicherungsleistungen aufgestockt werden müssen. Die Bedarfsgemeinschaften Alleinerziehender sind weit überproportional von Transferleistungen abhängig. Der Sozialbericht empfiehlt, als eine Maßnahme zur Unterstützung Alleinerziehender „Flankierende Beratungs- und Unterstützungsangebote“ anzubieten.
Das Praxishandbuch EFI des Nds. Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung berichtet, das es zwar unstrittig ist, dass sich Familien mit und ohne Migrationshintergrund ähnlichen Herausforderungen in der Bewältigung ihres Lebensalltags gegenüber sehen (wie z.B. Management des Alltags, Erziehung, Begleitung und Versorgung der Kinder, Versorgung von alten und/oder pflegebedürftigen Angehörigen). (https://www.awo-hannover.de/fokus-einsamkeit-isolation-zahlen-und-fakten/) „Immer mehr Menschen fühlen sich einsam: waren es im Jahr 2014 noch 14% sind es heute 42%.

