Einsamkeit betrifft immer mehr Menschen – unabhängig von Alter, Herkunft oder Lebenssituation. Besonders in Stadtrandlagen fehlen oft Orte, an denen sich Menschen begegnen, austauschen und zugehörig fühlen können. Genau hier setzt unser Projekt an: Mit dem „Nachbarschaftsrastplatz Tretpause“ schaffen wir einen inklusiven Treffpunkt direkt im Wohnumfeld, der Begegnung im Alltag ermöglicht – spontan, offen und niederschwellig.
Der Rastplatz entsteht vor unserer ambulanten Wohngemeinschaft für pflegebedürftige ältere Menschen und gegenüber dem Andreaswerk, einer Einrichtung für Menschen mit Behinderungen sowie einem heilpädagogischen Kindergarten. Damit bietet der Ort ein hohes Potenzial für generationenübergreifende und inklusive Begegnungen. Geplant ist ein ansprechender Außenbereich mit Sitzbänken, Stehtischen, Fahrradständer und bepflanzten Kübeln – ein Ort zum Verweilen, ins Gespräch kommen und Teilhaben.
Besonders wichtig ist uns, dass die Nachbarschaft den Platz nicht nur nutzt, sondern auch aktiv mitgestaltet. Gemeinsam mit Anwohner:innen, Angehörigen, lokalen Initiativen und Einrichtungen wollen wir Ideen sammeln, bei der Umsetzung mitanpacken und regelmäßige kleine Aktionen wie Pflanznachmittage, Spielangebote oder Kaffeetreffen initiieren. So entsteht ein Ort, der wächst – mit und durch die Menschen, die ihn nutzen.
Der „Tretpause“-Rastplatz soll langfristig wirken: als sozialer Ankerpunkt am Stadtrand, als Treffpunkt für spontane Gespräche, als Einladung zur Bewegung und als gelebtes Zeichen gegen Einsamkeit. Wir möchten erreichen, dass Menschen sich in ihrem Wohnumfeld wieder mehr begegnen, einander kennen und unterstützen – ganz ohne Barrieren, mit einem Lächeln und vielleicht einer kleinen „Tretpause“ auf dem Weg durch den Alltag.
Der Nachbarschaftsrastplatz soll nicht nur gestaltet, sondern auch gepflegt und weiterentwickelt werden – durch gemeinschaftliches Engagement. Die ambulante Wohngemeinschaft übernimmt eine Patenschaft für den Platz; auch das Andreaswerk hat bereits Kooperationsbereitschaft signalisiert. Zusätzlich wollen wir lokale Vereine, Nachbarschaftsgruppen und Schulen einbinden, um gemeinsame Aktionen zu entwickeln. Ziel ist es, tragfähige Beziehungen zu fördern und Strukturen zu schaffen, die über die Förderlaufzeit hinaus wirken – ganz im Sinne einer lebendigen, inklusiven Nachbarschaftskultur am Stadtrand.
Der Standort unseres Projekts liegt am Stadtrand in einem funktional geprägten Gebiet, das überwiegend durch Einrichtungen wie Baumärkte, Tierbedarf, Fitnessstudios, Hotels sowie soziale Institutionen bestimmt ist. Eine klassische Wohnsiedlung fehlt – ebenso wie gewachsene nachbarschaftliche Strukturen oder öffentlich zugängliche Orte der Begegnung. Inmitten dieser Umgebung befinden sich eine ambulant betreute Wohngemeinschaft für pflegebedürftige ältere Menschen sowie das Andreaswerk mit Angeboten für Menschen mit Behinderung und einem heilpädagogischen Kindergarten.
Trotz der sozialen Bedeutung dieser Einrichtungen bleibt ihr Bezug zur umliegenden Nachbarschaft bislang schwach ausgeprägt. Es fehlen niedrigschwellige, gestaltete Räume im Außenbereich, die Menschen verschiedener Hintergründe miteinander in Kontakt bringen – insbesondere außerhalb organisierter Betreuungskontexte. Sitzgelegenheiten, Begrünung, Orte zum Verweilen oder für spontane Begegnungen sind nicht vorhanden. Auch Radfahrer:innen nutzen den Bereich regelmäßig als Durchfahrtsroute, ohne dass es Anlässe zum Anhalten oder Teilhaben gibt.
Einsamkeit betrifft insbesondere ältere und mobilitätseingeschränkte Menschen, aber auch Familien, Alleinstehende und Menschen mit Behinderung. Wo keine sozialen Schnittstellen im Alltag bestehen, können Isolation und Rückzug leicht entstehen – selbst in belebten Umgebungen. Unser Projekt möchte dem entgegenwirken und durch einen gestalteten Nachbarschaftsrastplatz einen Ort schaffen, der Begegnung fördert, Teilhabe erleichtert und Nachbarschaft in einem funktionalen Umfeld erlebbar macht – inklusiv, generationenübergreifend und dauerhaft.

