In St. Stephani`s Nachbarschaft öffnen sich die Türen! Mit regelmäßigen Treffen, wie z.B. zum Nachbarschaftsfrühstück und zu besonderen Aktionen wie dem Sommerfest und Kreativtagen zur Advents- und Weihnachtszeit, werden die Menschen in der Nachbarschaft zu Begegnung, Austausch und zum Mitgestalten eingeladen. Gemeinsam essen, kochen, werkeln und der Austausch über aktuelle und persönliche Themen ermöglichen den Anwohnenden, sich neu oder besser kennenzulernen und sich aktiv in die Gestaltung des eigenen Lebensumfelds einzubringen. Hier begegnen sich Menschen aller Altersgruppen, sozialer Hintergründe sowie unterschiedlicher Herkunft und treten als Nachbarschaft zusammen. Ziel ist es, die Nachbarschaftsbeziehungen zu stärken, Einsamkeit abzubauen und marginalisierte Gruppen wie Senior*innen, Zugewanderte, Alleinerziehende, Menschen mit psychischen und/oder physischen Einschränkungen oder von Wohnungslosigkeit bedrohte Menschen zu aktivieren und Teilhabe in ihrem Wohnumfeld zu fördern. Die Beratungs- und Unterstützungsdienste im Viertel (Diakonie im Braunschweiger Land, Aidshilfe, Unikat/queere Gemeinschaft, Zille/Wohnungslosenhilfe) und die zentral gelegene Kirchengemeinde St. Stephani haben sich dazu entschlossen, dieses Projekt gemeinsam und in intensiver Zusammenarbeit durchzuführen. Die Kirchengemeinde bietet Räume zu Nutzung und leistet ehrenamtliche Unterstützung bei der Vor- und Nachbereitung von Veranstaltungen. Neben der gemeinsamen Planung, Organisation und Durchführung von Projektaktivitäten durch die beteiligten Einrichtungen, übernimmt die Kreisstelle Goslar der Diakonie im Braunschweiger Land die Projektkoordination. Das Projekt gewährleistet Niedrigschwelligkeit, Teilhabeorientierung, Wertschätzung und Vielfalt sowie sprachliche, kulturelle und physische Barrierefreiheit.
Das Stephani-Viertel (umliegende Straßenzüge der Kirche St. Stephani in Goslar) ist geprägt von einer bunten Gesellschaft. Hier leben u.a. benachteiligte Familien, Alleinerziehende, Menschen mit Migrations- bzw. Fluchthintergrund und alleinstehende Senior*innen. Der Kirchhof ist bekannter Treffpunkt für Wohnungslose oder davon bedrohte Menschen und für Suchterkrankte. Das "bunte" stellt aktuell weniger die Gemeinsamkeiten als viel mehr die Hürden und Herausforderungen für die Menschen dar und führt zu fehlender Teilhabe, Abgrenzung, Ausgrenzung und damit letztlich zu Einsamkeit. Im Austausch mit den im Viertel angesiedelten Beratungs- und Unterstützungsdiensten wurde deutlich, dass die Betroffenen nur wenig am gesellschaftlichen Leben teilhaben und die Kontakte zur Nachbarschaft eher gering sind. Sie wünschen sich mehr Begegnung und signalisieren, dass sie sich und ihre Anliegen dabei gern einbringen würden. Im Sommer 2024 wurde daher kurz entschlossen ein Sommerfest durchgeführt, bei dem diese Wünsche berücksichtigt und auch erfüllt werden konnten. Damit diese Effekte nachhaltig wirken können, braucht es weitere Begegnungsangebote, die über eine Förderung eingerichtet und langfristig von der Nachbarschaft genutzt werden können.

