Zur Beurteilung für Kontaktmaßnah­men im Hinblick auf den Abbau von Vorurteilen lassen sich folgende allgemeine Fragen formulieren:

 

  1. Werden bei einzelnen Teilnehmer*innen Stereotypen oder Vorurteile gegenüber einer anderen sozialen oder kulturellen Gruppe verringert?

Erwartet wird, dass ein differenzierteres, reflektiertes und kontextualisiertes Wissen über eine andere soziale oder kulturelle Gruppe nachgewiesen werden kann.

  1. Werden Formen des Zusammenlebens oder Zusammenarbeitens jenseits der Grenzen der eigenen sozialen oder kulturellen Gruppe sichtbar?

Insbesondere werden Projekte dann Erfolge nachweisen können, wenn diese Aktivitäten außerhalb der durchgeführten Projekte auf eine gewisse Nachhaltigkeit der Kooperation verweisen können. Je nach Umfang und Zeit der Projektarbeit wird dieses Kriterium weiter oder enger zu fassen sein.

  1. Gibt es positive Begegnungen zwischen verschiedenen Personen und Gruppen?

Diese Frage stellt sich insbesondere, wenn die Beantwortung der zweiten Frage aufgrund von begrenzten Möglichkeiten schwierig erscheint.

  1. Sind die Voraussetzungen für solche positiven Erfahrungen verbessert worden?

In vielen Projektorten werden die Möglichkeiten zur Beantwortung für die Frage 2 und 3 von externen Faktoren abhängen. Hierzu gehören Faktoren, wie soziale Benachteiligung, Ausschließung oder Armut.

Zu erwarten ist, dass das Projekt diese Zusammenhänge aufzeigt, problematisiert und in eine realistische Perspektive der Problembearbeitung setzt.

  1. Haben einzelne Teilnehmer*innen oder Gruppen von den Maßnahmen profitiert?

Aufbauend auf Frage 4 ist insbesondere zu erklären, wie sich die konkreten Maßnahmen auf die vorgefundenen, die Vorurteilsbildung befördernden sozialen Herausforderungen Einzelner oder Gruppen auswirken.

 

Neben einer gemeinsamen Auswertung mit allen Beteiligten in Bezug auf die vereinbarten Ziele sollte der Effekt auf die Vorurteile evaluiert werden. Eine geeignete Evaluationsmethodik besteht darin, die Teilnehmenden konkret vor und nach Durchführung anhand eines von den Fachpersonen der Gemeinwesenarbeit entwickelten Fragebogen zu befragen. Im Hinblick auf die Wirksamkeitskriterien für die verschieden Kategorien von Maßnahmen eigenen sich folgende Fragen:

 

  • Subjektbezogene Kontaktmaßnahmen

    • Wie viele Kontakte zwischen Individuen verschiedener sozialer Gruppen haben stattgefunden?

    • Wie hat sich die Meinung der teilnehmenden Personen im Verlauf der Maßnahme geändert?

 

  • Gruppenbezogene Kontaktmaßnahmen

    • Wie hat sich die Beteiligung von einzelnen Gruppen an Maßnahmen der Gemeinwesenarbeit geändert?

    • Welche Meinung vertreten Mitglieder beteiligter Gruppen über andere Gruppen nach der Beteiligung an den Maßnahmen?

 

  • Netzwerkbezogene Kontaktmaßnahmen

    • Wie hat sich die soziale Zusammensetzung des Netzwerkes erweitert?

    • Wie hat sich die Meinung der an den Netzwerken teilnehmenden Personen mit Bezug auf vorurteilsbelastete Gruppen geändert?

 

  • Gemeinwesenbezogene Kontaktmaßnahmen

    • Wie haben sich unterschiedliche Gruppen an Aktionen der Gemeinwesenarbeit beteiligt?

    • Wie wurde die Zusammenarbeit mit den anderen sozialen Gruppen von den Teilnehmer*innen beurteilt?

Check-Liste

  • Ist davon auszugehen, dass durch das Vorhaben Stereotype oder Vorurteile gegenüber einer anderen sozialen oder kulturellen Gruppe verringert werden?

    • Ja. Wie?

    • Nein. Warum?

  • Ist davon auszugehen, dass durch das Vorhaben Formen des Zusammenlebens oder Zusammenarbeitens jenseits der Grenzen der eigenen sozialen oder kulturellen Gruppe sichtbar werden?

    • Ja. Wie?

    • Nein. Warum?

  • Ist davon auszugehen, dass durch das Vorhaben positive Begegnungen zwischen verschiedenen Personen und Gruppen ermöglicht werden?

    • Ja. Wie?

    • Nein. Warum?

  • Ist davon auszugehen, dass durch das Vorhaben die Voraussetzungen für positive Erfahrungen verbessert werden?

    • Ja. Wie?

    • Nein. Warum?

  • Ist davon auszugehen, dass durch das Vorhaben einzelne Teilnehmer*innen oder Gruppen von den Maßnahmen profitieren werden?

    • Ja. Wie?

    • Nein. Warum?