Bei Vorurteilen handelt es sich um Auffassungen über andere Menschen, Gruppen Nachbarschaften oder Räume. Solche Auffassungen haben sich teilweise über lange Zeiträume entwickelt. Der Abbau von Vorurteilen ist desto schwieriger, je verfestigter und verbreiteter sie sind. Je mehr sich Vorurteile ausgebreitet haben, desto umfangreicher und umfassender müssen die Strategien zu deren Bekämpfung ausfallen.

Erfolgversprechend sind Maßnahmen aber eher dann, wenn sie an einem frühen Stadium der Vorurteilsbildung beginnen. Deshalb sind insbesondere Maßnahmen die bei Kindern und Jugendlichen Ansätzen, besonders empfehlenswert.

Maßnahmen zum Abbau von Vorurteilen lassen sich im Hinblick auch ihre Bezugspunkte unterscheiden (im Detail beschrieben unter Kapitel 5). Im Allgemeinen stützen sich auf solche Maßnahmen auf folgende Strategien:

 

  • An einzelne Personen oder soziale Gruppen wenden.

  • Vorurteile auf direkte oder indirekte Weise adressieren.

  • Den Wissensbereich, die Kompetenzentwicklung und die Kontakt- und Interaktionsmöglichkeiten mit den Gruppen in den Blick nehmen, auf die sich die Vorurteile richten.

  • An der Wissensvermittlung und dem Kompetenzerwerb auf der individuellen Ebene ansetzen.

  • Interaktionen mit einem oder mehreren Mitgliedern der sozialen Gruppe fokussieren, gegen die Vorurteile gehegt werden.

 

Damit Kontaktmaßnahmen zum Abbau von Vorurteilen beitragen können, müssen folgende Bedingungen erfüllt sein:

 

  • Die einzelnen Personen müssen individuell Wissen über die betreffende soziale Gruppe aneignen (können) und die Fähigkeit entwickeln (können), über die Vorurteile zu reflektieren.

  • Eine solche Reflexionskompetenz entwickelt sich nur unter Umständen, in denen eine emotionale Sicherheit gegeben ist.

  • Daher gilt es Bedingungen herzustellen, in denen sich die Kontaktmaßnahmen mit individuellen Lernmöglichkeiten verbinden können.

  • Es müssen positive Kontakte zwischen Einzelpersonen und Gruppen stattfinden.

  • Begegnungen sollten ohne Statusunterschiede und Konkurrenz stattfinden.

  • Die Kontakte sollten für alle beteiligten Personen als vorteilhaft eingeschätzt werden.

  • Die Maßnahmen sollten die Gelegenheit zu persönlichen Beziehungen bieten und an einem gemeinsamen Ziel orientiert sein.

  • Kontaktmaßnahmen sollten durch Prestigepersonen oder anerkannte Institutionen gefördert und als wichtig bewertet werden (und auch entsprechend kommuniziert werden).

Check-Liste

  • Wie wird mit Vorteilen bislang umgegangen?

    • Es gibt kein Bewusstsein für Vorurteile.

    • Es gibt ein Bewusstsein für Vorurteile (z. B. Diskussion), aber keine Aktivitäten.

    • Es gibt Aktivitäten von der lokalen Politik.

      • Welche?

    • Es gibt Aktivitäten von der kommunalen Verwaltung.

      • Welche?

    • Es gibt Aktivitäten von der lokalen Zivilgesellschaft (Vereine, Initiativen, NGOs, Einzelakteure).

      • Welche?